Faszination Havel

Die Moschee in der Potsdamer Havelbucht

Heute ein Museum, doch vor 140 Jahren ein beachtliches Bauwerk, wie es zuvor kein anderes in der Stadt an der Havel gab. Das Pumpenhaus in Potsdam, direkt an der innerstädtischen Havelbucht gelegen, wurde in der Zeit von 1841-1843 nach einem Entwurf von dem Architekten Ludwig Persius (1803-1845) erbaut.

Diesem Projekt voran ging der schon 100- jährig bestehende Wunsch nach sprudelnden Fontänen im gesamten Park Sanssouci, der nun "auf Belieben" Friedrich Wilhelms IV, das Pumphaus “nach der Art von Moscheen zu gestallten", durch den Architekten verwirklicht wurde.

Für das Werk von Ludwig Persius beispielhaft, wurde auch hier das geschickte Zusammenfügen der in ihrer unterschiedlichen Größe von der Funktion bestimmten kubischen Baukörper.

Ebenfalls von der Funktion bestimmt ist der Schornstein, der hier das Aussehen eines Minaretts erhielt. Diesen konnte man früher von der königlichen Gartenterrasse aus sehen. Die Fassade des Pumpenhauses ist reich mit Ornamenten versehen, doch das Herzstück dieses Bauwerkes, der Maschinenraum, erinnert durch die vielseitige Verzierung der Säulenwände an die Kathedrale in Cordoba (Spanien).

Im Maschinenraum befand sich die zweizylindrige Dampfmaschine, derzeit die größte Deutschlands, mit einer Leistung von 81,4 PS. Zur Erzeugung des notwendigen Dampfes waren hinter dem Maschinenraum zwei neun Meter lange Kessel untergebracht. In den beiden Pumpenkammern befanden sich je sieben Pumpen, mit deren Hilfe das Wasser der Havel durch ein 1,8 Kilometer langes Druckleitungssystem bis in das Becken auf den Ruinenberg gepumpt wurde.

Durch die Menge des Wassers in diesem Becken und dem daraus entstehenden Druck, war es möglich eine Wasserfontäne mit einer Höhe von bis zu 38 Metern zu erreichen. Vom Ruinenberg erfolge außerdem die Verteilung des Wassers im Park Sanssouci.

Des weiteren fanden im Laufe der Zeit Modernisierungen statt. Im Jahre 1895 wurde die zuverlässige Dampfmaschine nach einer über 50-jährigen Betriebszeit durch eine Leistungsstärkere mit 160 PS ausgetauscht. 1937 wurde die Anlage durch zwei elektrisch betriebene Kreiselpumpen ersetzt, welche 1937 zum letzten Mal erneuert wurden. Seit dem September 1985 ist die Moschee als ein Museum und technisches Denkmal für jedermann zugänglich. Nach einer Restaurierung im Jahre 1986-1988 ist es sogar bei Führungen möglich, eine der ältesten Dampfmaschinen mit Hilfe eines Elektromotors in Bewegung zu setzten. Eine Ausstellung ermöglicht es, Besuchern einen Einblick in die Entstehung dieses historischen Bauwerks zu erlangen.


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